| Veranstaltung: | Digitales LDK-Festival 2020 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 0.W - Wirtschaft/Verkehr/Umwelt |
| Status: | Beschluss |
| Abstimmungsergebnis: | Ja: 9, Nein: 0, Enthaltungen: 0 |
| Beschluss durch: | Juso-Landesvorstand |
| Beschlossen am: | 09/28/2020 |
| Basierend auf: | W03: Kein Mikroplastik mehr in Teebeuteln – Verbot für Teehersteller, Teebeuteln Kunststoff beizufügen |
Kein Mikroplastik mehr in Teebeuteln – Verbot für Teehersteller, Teebeuteln Kunststoff beizufügen
Beschlusstext
Eine Studie von Forschern der McGill University in Montreal ergab, dass ein
Teebeutel aus den Kunststoffen Nylon oder PET über elf Milliarden Mikroplastik-
Partikel und über drei Milliarden Nanoplastik-Partikel im Teewasser
hinterlassen. Das ergibt pro Tasse 16 Mikrogramm Kunststoff und ist somit mehr
Plastik, als bislang in sämtlichen anderen Lebensmitteln entdeckt wurde. Die
meisten aller in Deutschland verkauften Teebeutel sind zwar aus Papier anstatt
aus Kunststoff – allerdings wird diesen Beuteln zum Teil geringe Mengen an
Kunststoff (z.B. Polypropylen) beigefügt, damit sie im Wasser nicht
zusammenfallen. Außerdem bestehen die Pyramidenbeutel, die auch in Deutschland
des öfteren verwendet werden, häufig aus Biokunststoff. Der Blog „fairlis“ hat
einige Teehersteller danach gefragt, woraus ihre Teebeutel bestehen und das im
Jahr 2019 veröffentlichte Ergebnis war, dass bereits viele Teebeutel plastikfrei
sind (z.B. von den Marken Pukka, Lebensbaum, Yogi-Tee etc.) – aber noch nicht
alle. Viele Marken verwenden Biokunststoff und einige sogar herkömmlichen
Kunststoff.
Laut der „Teestatistik 2016“ hat im Jahr 2016 im Durchschnitt jeder Bundesbürger
in Deutschland 28 Liter Tee getrunken (rausgerechnet sind Kräuter- und
Früchteteemischungen). Der in Deutschland getrunkene Tee stammt laut der
Statistik zwar zu 60% aus losem Tee und zu 40% aus Teebeuteln. Dennoch ergibt
das immer noch eine hohe Anzahl an Menschen, die z.T. von Mikroplastik in
Teebeuteln betroffen sind.
Wie bereits bekannt ist, hat Mikroplastik eine negative Auswirkung auf die
Umwelt und den Körper. Über das Abwasser gelangt Mikroplastik ins Meer, wo es –
angereichert mit Bakterien und Umweltgiften – von Meerestieren gegessen wird und
großen gesundheitlichen Schaden anrichten kann. Außerdem kann Mikroplastik über
die Düngung landwirtschaftlicher Felder mit Klärschlamm auf den Böden landen und
damit schließlich auch auf unseren Nahrungsmitteln. Welche genauen Auswirkungen
Mikroplastik auf den menschlichen Körper hat, ist noch nicht weitgehend
erforscht. Allerdings gibt es Forschungen in Bezug auf Tiere, die ergaben, dass
Mikroplastik zu Entzündungen führen, den Magen-Darm-Trakt schädigen, die
Verdauung beeinträchtigen sowie die Aufnahme von Nahrung behindern kann.
Außerdem wird vermutet, dass das Wachstum und die Fortpflanzung durch
Mikroplastik gestört werden. Wenn Mikroplastik für Tiere zum Teil so schädlich
ist, kann es für die Menschen unmöglich harmlos sein.
Da Mikroplastik sowohl für den Körper als auch für die Umwelt gefährlich sein
kann, hat Mikroplastik (auch von Biokunststoffen) nichts in Teebeuteln zu
suchen! Deshalb fordern wir, dass Kunststoffe in Teebeuteln verboten werden.
