| Veranstaltung: | Digitales LDK-Festival 2020 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 0.O - Organisation/Verbandsleben |
| Status: | Beschluss |
| Abstimmungsergebnis: | Ja: 7, Nein: 0, Enthaltungen: 2 |
| Beschluss durch: | Juso-Landesvorstand |
| Beschlossen am: | 09/28/2020 |
| Basierend auf: | O03: Umfassende Awareness-Strukturen im eigenen Verband schaffen |
Umfassende Awareness-Strukturen im eigenen Verband schaffen
Beschlusstext
Als Jusos sind wir ein feministischer, antirassistischer und die Rechte queerer
Menschen vertretender Richtungsverband und haben die Aufgabe, dies auch nach
innen in unsere eigenen Strukturen zu tragen. Dabei haben wir insbesondere die
Aufgabe, Räume herzustellen, die möglichst diskriminierungsarm sind und dabei
Menschen, die alltäglich Diskriminierung ausgesetzt sind, strukturell zu
unterstützen.
Ergänzend zu vorangegangenen Beschlüssen zur Bereitstellung von Awareness Teams
bei mehrtägigen Veranstaltungen der Landesdelegiertenkonferenzen sowie
mehrtägigen Veranstaltungen der Jusos Sachsen oder der einzelnen Unterbezirke
soll:
es für jeden Unterbezirk zwei ständig gewählte Awareness-Beauftragte
geben, dabei muss sich mindestens eine Person als weiblich identifizieren.
Die Awareness- Beauftragten sollen über eine E-Mail-Adresse auch außerhalb
von Veranstaltungen erreichbar sein.
zu jeder größeren Veranstaltung auch kürzerer Dauer Awareness-Teams zur
Verfügung gestellt werden. Dabei muss sich mindestens eine Person als
weiblich identifizieren. Die Personen im Awareness-Team dürfen auf der
Organisationsebene der Veranstaltung oder höheren Ebenen kein gewähltes
Amt tragen. Bei Veranstaltungen auf Landesebene soll sichergestellt
werden, dass die Mitglieder des Awareness-Teams aus unterschiedlichen
Unterbezirken stammen.
um die Verfügbarkeit von Personen in der Awareness-Arbeit zu sichern,
einmal pro Jahr ein Workshop zur Awareness-Arbeit abgehalten werden.
Awareness-Konzept
Awareness bedeutet: Sich bewusst sein, sich informieren, für bestimmte
Problematiken sensibilisiert sein. Awareness ist ein Konzept, das sich gegen
Grenzverletzung, Gewalt und Diskriminierung stellt und versucht,
Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Da Machtverhältnisse auf institutioneller,
zwischenmenschlicher und ideologischer Ebene ständig und überall existieren,
gibt es keine Räume, die als diskriminierungsfrei gelten können. Um diesen
ungleichen Machtverhältnissen etwas entgegenzusetzen, ist es umso wichtiger,
Grenzverletzungen und Diskriminierungen zu thematisieren, anstatt sie zu
tolerieren, aber auch Handlungsalternativen aufzuzeigen. Das Awareness-Konzept
soll zu einer Bewusstmachung der eigenen Person, der eigenen (meist weißen)
Privilegien und der bestehenden Machtstrukturen sowie zu einer Offenheit für
Positionen Anderer anregen. Damit soll eine Sensibilisierung für Formen der
Diskriminierung, Grenzüberschreitung und Gewalt erreicht werden. Zentral ist
dabei, anzuerkennen, dass keinMensch vorurteilsfrei und diskriminierungsfrei im
Umgang mit Anderen ist. Deshalb muss eine bewusste Reflexion darüber bei jeder
einzelnen Person stattfinden. Awareness geht uns alle an - denn nur in der
aktiven Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen können wir diesen etwas
entgegensetzen, sie verändern und nach und nach abbauen.
Sexistische, rassistische, homo-, transphobe, ableistische oder vergleichbare
Übergriffe werden dabei immer nur auf Grundlage der Einschätzung und Empfindung
betroffener Person selbst als grenzüberschreitend definiert (kurze Erläuterungen
zu den Begriffen finden sich im Abschnitt „Einige (natürlich nicht alle!)
Diskriminierungsformen“). Situationen können von Mensch zu Mensch
unterschiedlich wahrgenommen werden, deshalb gibt es keine allgemeine Definition
von Übergriffen. Verletzendes und grenzüberschreitendes Verhalten wird also
immer dem Effekt und nicht der Absicht nach beurteilt. Gefühle wie
Ausgeliefertsein und Ohnmacht können dadurch verringert und ein Verständnis
darüber geschaffen werden, dass persönlich erlebte Grenzen - egal in welcher
Form sie auftreten - richtig sind und akzeptiert werden müssen. Um Menschen, die
von diskriminierendem Verhalten betroffen sind zu unterstützen, ist es wichtig,
dass von der Seite der betroffenen Person aus gearbeitet wird: es wird eine
solidarische Haltung eingenommen und die Vorfälle werden nicht in Frage
gestellt. Eine "neutrale" Haltung ist in einer solchen Situation nicht sinnvoll.
Sie schadet am Ende nur der betroffenen Person, während sie die beschuldigte
Person schützt.
Awareness-relevante Themen sind immer im Kontext aktueller Themen zu sehen;
jeder Tag kann neue Geschehnisse hervorrufen. Wir Menschen im Awareness-Team
sind keine Profis und können/wollen keine sein. Wir sind offen für Neues und
Kritik, darum kontaktiert uns gerne und jederzeit.
Wer sind wir und wann?
Wir sind Ansprechpartner*innen und Vermittler*innen bei grenzüberschreitendem,
übergriffigem und diskriminierendem Verhalten. Oder wenn du einfach "nur" reden
magst. Wir sind jedoch keine ausgebildeten Notfall-Seelsorger*innen.
Jede einzelne Veranstaltung kann für sich allein schon eine große
Herausforderung darstellen, und für viele Personen eine Erfahrung sein, die
bewegend und anstrengend, herausfordernd und auch verstörend sein kann. Wir alle
erleben uns in Ausnahmesituationen anders und wie wir darauf reagieren, hängt
von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wir möchten auch festhalten, dass nichts
„Handfestes“ oder „Ernstes“ passieren muss, um Awareness-Strukturen in Anspruch
zu nehmen. Gefühle und Gedanken sind real und können Aufmerksamkeit und
Zuwendung erfordern.
Es gibt einige Themengebiete, die nicht in unseren Aufgabenbereich fallen. Dazu
gehören psychosoziale Notfallsituationen.
Innerhalb von Dresden könnt ihr euch auch an den Psychosozialen Krisendienst des
Gesundheitsamts Dresden (0351 4 88 53 41), das Dresdner Krisentelefon „Telefon
des Vertrauens“ (0351 8 04 16 16), die Opferhilfe Dresden e. V (0351 8 01 01 39)
und vor allem auch die Opferberatung (Beratungsstelle für Betroffene rechter und
fremdenfeindlicher Gewalt) der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung,
Integration und Demokratie e. V. (RAA) (0351 8 89 41 74 oder 0172 9 74 12 68)
wenden.
Was bedeutet Diskriminierung?
„Unter „Diskriminierung“ verstehe ich [...] „die Verwendung von kategorialen,
das heißt vermeintlich eindeutigen und trenn- scharfen Unterscheidungen zur
Herstellung, Begründung und Rechtfertigung von Ungleichbehandlung mit der Folge
gesellschaftlicher Benachteiligungen [...]. Den Diskriminierten wird der Status
des gleichwertigen und gleichberechtigten Gesellschaftsmitglieds bestritten;
ihre faktische Benachteiligung wird entsprechend nicht als ungerecht bewertet,
sondern als unvermeidbares Ergebnis ihrer Andersartigkeit betrachtet.“ (Scherr
2016: 3) [...] Damit [produziert] Diskriminierung gleichzeitig strukturelle
Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnisse.“
Bönkost, Jule (2016): De_Stabilisationsdreieck: Ein Werkzeug für
diskriminierungskritische Lehre. Veröffentlicht beim Antirassistisch-
Interkulturellen Informationszentrum ARiC Berlin e. V.
Scherr, Albert (2016): „Diskriminierung/Antidiskriminierung – Begriffe und
Grundlagen“. Aus Politik und Zeitgeschichte 9, 3-10.
Beim Thema Diskriminierung ist die Solidarität mit BIPoCs (Schwarz, Indigen und
Personen of Color) besonders wichtig. Dazu gehört auch, auf weiße Privilegien
hinzuweisen. Diese werden z.B. sichtbar, wenn weiße Menschen rassistische
Situationen nicht erkennen, nicht mitbekommen und sich nicht solidarisieren.
BIPoC haben aufgrund von rassistischen Zuschreibungen eine viel höhere
Wahrscheinlichkeit von Repression und rassistischer Polizeigewalt betroffen zu
sein. Bei Demonstrationen fühlen sich viele weiße Menschen von der (größtenteils
weißen) Masse vor Repression geschützt. Gemeinsam müssen wir Wege finden, sodass
auch BIPoC sich in der Masse geschützter fühlen können.
Auch sexistisches Verhalten und sexualisierte Gewalt wollen wir auf unseren
Veranstaltungen nicht tolerieren.
Einige (natürlich nicht alle!) Diskriminierungsformen
Rassismus
beschreibt die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer zugeschriebenen
ethnischen Zugehörigkeit und kulturellen Merkmalen oder Herkunft.
Sexismus
meint die Diskriminierung aufgrund des zugeschriebenen Geschlechts (gender),
ebenso wie erwartete Verhaltensweisen und Stereotypen, wobei männlich gelesenen
Menschen strukturell institutionalisierte Privilegien zukommen.
Klassismus
meint die Diskriminierung von Menschen in Bezug auf ihren gesellschaftlichen
Status.
Homofeindlichkeit
bezeichnet die Diskriminierung gegen lesbische, schwule und queere Menschen.
Bifeindlichkeit
beschreibt die Diskriminierung gegenüber bisexuellen Menschen.
Cis-Sexismus
bezeichnet die Diskriminierung von Trans*-Menschen und nicht-binären Menschen,
also Personen, welche sich nicht dem binären Geschlechtersystem zuordnen. Mit
cis-Personen sind solche Personen gemeint, deren Gender-Identität mit dem ihnen
bei der Geburt zugeschriebenen Geschlecht übereinstimmt.
Ableismus
bezeichnet die Diskriminierung gegenüber Menschen, denen eine geistige und/oder
körperliche „Beeinträchtigung“ zugeschrieben wird.
Antisemitismus
meint die Feindlichkeit gegenüber Jüdinnen und Juden.
GADJE Rassismus
bezieht sich auf die Diskriminierung, Ausgrenzung und Ablehnung gegenüber Sinti
und Sintize sowie Roma und Romnija.
Lookismus
bezeichnet die strukturelle Diskriminierung in Form von Abwerung gegenüber
bestimmter Körper (-formen) und Aussehen; oft einhergehend mit einer
Zuschreibung von negativen Charaktereigenschaften und Vorurteilen.
Altersdiskriminierung/Ageism
bezeichnet die soziale, politische und ökonomische Benachteiligung von Menschen
aufgrund ihres Alters.
Intersektionalität
Die Diskussion einzelner Diskriminierungsgründe nur getrennt zu behandeln
entspricht häufig nicht der Realität betroffener Menschen. Oft kommt es zu einer
Überschneidung von Diskriminierungsmerkmalen, wobei verschiedene Formen der
Diskriminierung interagieren und sich gegenseitig verstärken.
Was könnt ihr tun?
Auf Veranstaltungen kommen viele Menschen mit unterschiedlichen Vorgeschichten,
Fragen und Bedürfnissen zusammen. Wir möchten euch dazu einladen, ein Klima zu
schaffen, in dem sich alle Menschen wohl fühlen können und wir…
- diskriminierendes Verhalten thematisieren können
- uns trauen nachzufragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben
- Fachwörter und Szene-Codes erklärt werden, um alle in Gespräche
einzubeziehen
- darauf achten, wer wie viel spricht, wer nicht und warum nicht
- ob alle in ihren Bedürfnissen gesehen werden
- uns trauen können zu „sein“
- selbstverantwortlich mit unseren Grenzen und den Grenzen anderer umgehen
- beginnen unsere Privilegien zu reflektieren und einen sensibilisierten
Umgang zu üben
Was tun...
...wenn ich grenzüberschreitendes oder diskriminierendes Verhalten erlebe?
...wenn ich mich grenzüberschreitend oder diskriminierend verhalte?
Die Herausforderung einer*s jeden von uns ist es, dass wir in Gesellschaften
aufgewachsen sind, in denen Ausgrenzungen und Unterdrückungen alltäglich sind.
Privilegien, diskriminierendes Verhalten und Grenzüberschreitungen betreffen
Veranstaltungen genauso wie unseren Alltag. Für Betroffene sind die Erfahrungen
schmerzhaft und erzeugen häufig ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit,
unabhängig davon, ob auslösendes Verhalten bewusst oder unbewusst stattfindet.
Auf Seiten der privilegierten Person können Verhaltensweisen und Aussagen so
normalisiert sein, dass sie nicht als Diskriminierung und Grenzüberschreitung
wahrgenommen werden. Das eigene Erkennen von Privilegien ist essentiell, um
gemeinsam auf dem Weg in eine solidarische, emanzipatorische Welt weiterzugehen
– frei von Herrschaft und Diskriminierung.
Wenn du dich deiner Grenzen überschritten oder diskriminiert fühlst, kannst du
dich mitteilen. Einer Person deines Vertrauens oder einem Menschen aus dem
Awareness Team (das Team trägt bunten Warnweste). Das kann Dir womöglich helfen
das Geschehene zu reflektieren, einzuordnen und den Gefühlen Raum zu geben, die
damit verbunden sind. Jede*r kann nur für sich selbst entscheiden, wann sie*_er*
eine Grenzüberschreitung erlebt hat, wie sich diese anfühlt und wie sie*_er*
dabei unterstützt werden möchte, um sich wieder selbst zu ermächtigen. Wenn du
willst, suche das Gespräch mit den Personen aus der Situation, die du als
grenzüberschreitend/diskriminierend erlebt hast, vielleicht möchtest du eine
dritte Person hinzuziehen z.B. eine Person aus dem Awareness-Team. Dazu bist du
jedoch nicht verpflichtet! Sei dir bewusst, dass du keinerlei Erklärung schuldig
bist - du alleine ziehst deine Grenzen und es kann sehr anstrengend sein,
anderen immer wieder erklären zu müssen, wo diese liegen. Deshalb liegt die
Verantwortung für ein achtsames Miteinander bei den Personen, die Privilegien
besitzen, welche anderen verwehrt bleiben. Lest, hört zu, tauscht euch aus - und
vermeidet ein Ausfragen von betroffenen Personen, um euren Un_Wissenstand
auszubessern. Es ist nicht die Aufgabe der Betroffenen, andere zu "belehren" und
dabei immer wieder von schmerzhaften Erfahrungen erzählen und diese dadurch
wiederholt durchleben zu müssen.
Wenn du auf deine Privilegien aufmerksam gemacht wirst, möchten wir dich
einladen, diesem Hinweis offen zu begegnen und der Person, die dein Verhalten
möglicherweise als grenzüberschreitend oder diskriminierend erlebt hat, Raum,
Verständnis und Wertschätzung entgegen zu bringen. Sei dir bewusst, dass nicht
du, sondern dein situationsabhängiges Verhalten Ursache für die Reaktion sind.
Diese Fragen im Hinterkopf helfen dir vielleicht weiter über das Thema
nachzudenken: Welche gesellschaftlichen Strukturen begünstigen Hierarchien und
Diskriminierungen? Wo stehe ich selbst in diesem Geflecht aus Hierarchien,
Diskriminierungen und Privilegien? Welche (gesellschaftlichen) Veränderungen
können diese verändern bzw. beenden? Und was gibt Betroffenen Kraft und
Selbstbestimmung (zurück)?
Jede*r von uns hat einen ganz persönlichen Un_Wissensstand. Dieser ist stark
durch gesellschaftliche Strukturen geprägt. Daher kann es dein Privileg sein,
wenn du bisher nicht mit einem bestimmten Thema konfrontiert wurdest oder Zeit
hattest dich in ein anderes in Tiefe einzuarbeiten. Wir möchten dich einladen,
dein Un_wissen und das der anderen respektvoll zu behandeln und in einen
produktiven Austausch zu treten. Versuch, beim Teilen deines Un_Wissens,
Fachbegriffe oder Szene-Begriffe zu erklären oder zu erfragen, um
Sprachbarrieren abzubauen. Holt Dritte dazu, wenn ihr alleine nicht weiterkommt!
Vielleicht kannst du dich an deine Erfahrungen und Gedanken erinnern, als ein
Thema frisch in deinem Leben aufgetaucht ist. Sei in Gesprächsgruppen behutsam
mit der Annahme von Selbstverständlichkeiten! Beteiligte, die bestimmte Namen,
Begriffe oder Witze nicht kennen, können sich schnell als ausgeschlossen
erleben.
...wenn du glaubst Zeug*in einer diskriminierenden und/oder
grenzüberschreitenden Situation zu werden?
Sei dir zuerst bewusst, dass du nicht die betroffene Person bist, und dass ein
Eingreifen in die Situation von jedem Menschen anders aufgefasst werden kann.
Überlege dir gegebenenfalls dann, ob du dich dazu in der Lage fühlst, in die
Situation hineinzugehen. Wenn nicht wende dich an andere Menschen oder das
Awareness-Team. Falls du dich dazu entscheidest, dich einzubringen, frage die
'betroffene' Person, ob du sie kurz zur Seite nehmen kannst. Frage sie, ob es
ihr in der Situation, die du beobachtet hast gut geht. Stelle dich kurz als
Awareness-Person vor. Falls die Person in dem Moment deine Hilfe nicht annehmen
möchte oder kann, weiß sie, wie du aussiehst und kann evtl. später auf dich
zurückkommen. Allein ein "Hey, ich bin hier!" zeigt sowohl der betroffenen
Person, als auch ihrem Gegenüber, dass mindestens ein weiterer Mensch ein Auge
auf die Situation hat und sich mit der betroffenen Person solidarisiert. Dränge
deine Beobachtung der betroffenen Person nicht auf! Sie allein hat die
Definitionsmacht; es zählt was sie wahrnimmt. Beachte die Wünsche und
Bedürfnisse der betroffenen Person.
Achte auf deine eigenen Grenzen! Wenn du mit einer Situation nicht klar
kommst/dich überfordert fühlst, überlege, wie du andere Personen oder das
AwarenessTeam zur Unterstützung dazu holen kannst (wenn dies von der betroffenen
Person erwünscht ist).
Möchte die Person keine Unterstützung, dann respektiere das und mach die Person
darauf aufmerksam, dass sie sich jederzeit an das AwarenessTeam wenden kann.
How to do Awareness-Schicht
Allgemeines:
- Du bist erkennbar, und wenn möglich die ganze Zeit ansprechbar.
- Optimalerweise seid ihr während eurer Schicht mindestens zu zweit. So kann
eine Person vor Ort bleiben, falls Hilfe geholt werden muss.
- Es sollte mindestens eine Frau* pro Schicht im Team sein.
- Während der Schicht ist das Awareness-Team nüchtern.
Während der Veranstaltung:
- Wichtig: Wir können keine psychosoziale Notfallhilfe leisten! Wenn eine
Person starke Repressionen und/oder Polizeigewalt erfahren hat und darüber
sprechen möchte, erklärt ihr, an welche Anlaufstellen Sie sich im
Anschluss an die Veranstaltung wenden kann.
- Achtet auf euch selbst, wenn ihr euch der Situation nicht gewachsen fühlt,
gebt die Verantwortung lieber an eine andere Person ab oder sucht euch
Unterstützung.
Self-care:
- Achtet auch aufeinander - wie geht es den anderen Menschen in eurem Team?
Sprecht über eure physischen und emotionalen Kapazitäten und darüber, wie
ihr euch gegenseitig unterstützen könnt.
- Pass auch auf dich auf und kenne deine Grenzen! Alles andere wäre unfair
gegenüber den Betroffenen und dir selbst!
